Robert Walters CFO Roundtable „Transformation und Prozessoptimierung als Grundstein für Innovation und Wachstum“

Nina Rosengarten Robert Walters

Am 27.09.2022 lud Robert Walters zu einem CFO Roundtable in das Düsseldorfer Büro ein. Bei dem Business Breakfast konnten sich finanzwirtschaftliche Entscheidungsträger aus den unterschiedlichsten Branchen vernetzen und ihre Erfahrungen mit den Geschäftsführern der renommierten Unternehmensberatung Helbling Business Advisors austauschen. Unsere Gastsprecher stellten Strategien vor, mit denen sich Unternehmen durch Transformation und Prozessoptimierung in schwierigen Marktsituationen solide neu ausrichten können. Insbesondere weil sich viele Unternehmen mit aktuell dominierenden Einflussfaktoren wie steigenden Energiepreisen, unterbrochenen Lieferketten oder auch sinkende Margen konfrontiert sehen, ist dieses Thema auf großen Zuspruch gestoßen.

Nina Rosengarten, Recruitment-Expertin bei Robert Walters, spricht mit uns über die wichtigsten Erkenntnisse des CFO Roundtable und verrät ihre Tipps, wie man sich mit dem richtigen Personal für eine strategische und operative Neuausrichtung aufstellen kann.

Nina, welche Herausforderungen haben viele Unternehmen derzeit?

„Sowohl der Mittelstand als auch große börsennotierte Konzerne sehen sich mit hohen Kosten durch explodierende Energiepreise konfrontiert, aber auch für die erforderlichen neuen Technologien und die Digitalisierung. Viele dieser Unternehmen sitzen auf pandemiebedingten Schulden, die irgendwann zurückgezahlt werden müssen. Für sie geht es nun darum, Wege zu finden, um ihren Fortbestand zu sichern, Risiken zu steuern, Ertrag und Liquidität zu verbessern und somit die eigene Resilienz in diesem prekären Politik- und Marktumfeld zu erhöhen. Ich freue mich, dass unsere beiden Gastsprecher, Herr Gürtner und Herr Jürgenschellert, Geschäftsführer der Firma Helbling Business Advisors, hier viele nützliche Tipps geben und unsere Gäste anhand von Praxisbeispielen von Ihren Erfahrungen berichten konnten.“

Was können CFOs aktuell tun, um diesen Herausforderungen gut gerüstet entgegenzutreten?

„Um sich hier gut aufzustellen, können Unternehmen auf hilfreiche Tools zurückgreifen. Zur Optimierung ihrer Geschäftsmodelle erörterten unsere beiden Experten diverse Ansätze wie die sog. Strategiepyramide zur Prüfung und Neuausrichtung des Geschäftsmodels, die Analyse und Optimierung eigener Risikofrüherkennungssysteme sowie die Förderung von Ansätzen im Bereich der Business Transformation. Auch das Business Model Canvas, die GAP-Analyse, eine Verankerung von ESG-Themen sowie die Förderung eigener Innovationen und ein strategischer Zukauf neuer Geschäftsfelder sind weitere Möglichkeiten, um den Herausforderungen entgegenzutreten.“

Sind die Unternehmen in puncto Personal ausreichend gut aufgestellt für die Umsetzung von Maßnahmen zur Neuausrichtung?   

„An Ideen und guten Ansätzen fehlt es nicht, eher an den hierfür dringend benötigten Fachkräften. Bei den Gesprächen stellte sich heraus, dass zunehmend Fach- und Führungskräfte gefragt sind, die ihr Expertenwissen etwa in IT, SAP, Business Intelligence u. a. gerade auch an Schnittstellen übergreifend und interdisziplinär einsetzen können, die sich intern in verschiedenen Abteilungen weiterbilden, um ihr Know-how zu erweitern und es als Multiplikatoren innerhalb des Unternehmens zu teilen. Der Trend geht dahin, dass Unternehmen hochqualifizierte Fachkräfte z. B. als Key User bei einer SAP-Implementierung und somit als eine Art Repräsentanten ihres Fachbereichs extern wie intern in diesem Sinne ausbilden. Daher empfehlen wir Unternehmen, sich für Bewerber zu entscheiden, die ein hohes Entwicklungspotenzial mitbringen.“

Wie schätzt du die Haltung der Kandidaten dazu ein?

„Fachkräfte sind gefragt wie nie und Bewerber sehen sich somit in einer komfortablen Situation. Wir stellen fest, dass nicht wenige Mitarbeiter sich eine Erweiterung des fachlichen Horizonts mit zunehmender Lernkurve wünschen, um sich breiter aufzustellen. Sie möchten mehr Einblicke in andere Abteilungen gewinnen und verstehen, wie Prozesse innerhalb ihres Unternehmens funktionieren. Auch wünschen sich viele Mitarbeiter gerne flexibler, z. B. an anderen Standorten, arbeiten zu können. Auf diese Weise können sie ihre Kompetenzen erweitern, als Multiplikatoren wirken, ihren Marktwert steigern und ihr Know-how intern an Kollegen weitergeben, Stichwort: Train the Trainer.“

Wie gewinnen Unternehmen Top-Talente für sich und binden diese langfristig?

„Wichtig ist heute mehr denn je, Bewerber mit einer werteorientierten Unternehmenskultur, einem großen Maß an Gestaltungsspielraum, einer sinnvollen Tätigkeit, die zum Unternehmenserfolg beiträgt, sowie mit entsprechenden Benefits zu überzeugen. Dazu gehören neben der mittlerweile gängigen Homeoffice-Option auch interne und externe Weiterbildungen, Jobrotation, Flexwork, die Freiheit, die Arbeit auch teilweise im Ausland auszuüben oder Einsätze an Unternehmensstandorten weltweit. Das klassische Recruitment via Stellenanzeigen tritt mehr und mehr in den Hintergrund. Aus diesem Grund erweitern wir stetig bei Robert Walters unsere Netzwerke und Weiterempfehlungsprogramme und veranstalten regelmäßig Roundtables mit fachlichem Content für Kandidaten und Kunden. Auch sollten Unternehmen mehr auf interne und externe Netzwerke setzen. Ihre Mitarbeiter könnten sie schulen, sodass sie zu Key Usern und Markenbotschaftern für sie werden, die via Social Media individuelle Erfahrungen mit Ihrem Arbeitgeber, persönliche Highlights und Empfehlungen weitergeben.

Deutschen Unternehmen, insbesondere Mittelständlern, empfehlen wir, sich mehr für ausländische Fachkräfte zu öffnen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Sprachhürden sind hierzulande noch zu hoch und bewirken nicht selten einen echten Standortnachteil anderen Ländern gegenüber. Denn in vielen mittelständischen Unternehmen verfügen teilweise die eigenen Mitarbeiter nicht über profunde Englischkenntnisse und daher könnte sich die Kommunikation im Team schwierig gestalten. Hier könnte man Abhilfe schaffen und intern Sprachkurse in Englisch und ggf. Deutsch anbieten. Mit Blick auf die zunehmende Internationalisierung macht dies durchaus Sinn.

Mittlerweile schließen sich einige Unternehmen sogar zusammen, gehen manchmal Kooperationen mit Firmen im Ausland ein und rekrutieren gemeinsam mittels international agierender Personalabteilungen oder Personalberatungen. Zur Schaffung von Synergien eignen sich vor allem Networking-Veranstaltungen, um Best Practices auszutauschen und sich gegenseitig mit Know-how und mit personellen Kapazitäten zu unterstützen. Networking für Kooperation, da sehen wir die Zukunft.“

Der Trend geht also hin zu Flexibilität, Ganzheitlichkeit, Synergien, Zusammenarbeit. Wann bietet ihr das nächste Event für einen solchen Erfahrungsaustausch an?

„Ja, in diese Richtung wird es in Zukunft gehen. Ein nächster CFO Roundtable ist am 22. November 2022 in unserem Düsseldorfer Büro geplant. Hierfür konnten wir mit zwei Gastsprechern von Deloitte, echte Koryphäen aus dem Bereich der Restrukturierung gewinnen: Herrn Harald Kam, Director im Bereich Financial Advisory – Turnaround & Restructuring, und Herrn Bozidar Radner, Partner im Bereich Financial Advisory – Turnaround & Restructuring. Wir freuen uns schon auf ihren verheißungsvollen Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde, bei dem es in der Hauptsache um Systeme zur Risikofrüherkennung gehen wird – gerade in diesen unwägbaren Zeiten ein nicht zu unterschätzender Aspekt.“

Haben auch Sie Interesse, an unserem nächsten CFO Roundtable teilzunehmen? Dann kontaktieren Sie uns oder wenden Sie sich gerne direkt an Nina Rosengarten. Wir freuen uns auf Sie. Erfahren Sie mehr über unseren Recruitment Service im Finance & Accounting.

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