Warum 2026 für viele Finanzabteilungen zum SAP‑Stresstest wird
SAP hat angekündigt, die Mainstream-Wartung für die Business Suite 7, einschließlich SAP ERP/ECC 6.0, bis Ende 2027 einzustellen. Danach stehen nur noch teurere Übergangslösungen bis 2030 zur Verfügung. Im Gegensatz dazu ist die Wartung für S/4HANA bis mindestens 2040 zugesichert, was Unternehmen eine langfristige Planungssicherheit bietet. Die Umstellung auf S/4HANA geht jedoch weit über ein technisches Upgrade hinaus und stellt einen strategischen Transformationsprozess dar, der die gesamte Finanzorganisation von Unternehmen betrifft. Unternehmen stehen vor einer großen Herausforderung, da die Finanzabteilung die Transformation fachlich tragen muss, oft aber nicht über ausreichende Kapazität verfügt.
Was bedeutet das Wartungsende für CFOs?
Das neue System verlangt gezielte Vorbereitung auf
- neue Datenmodelle, wie Universal Journal und Asset Accounting (New)
- veränderte Prozesse und Rollen
- neue Steuerungsmöglichkeiten, wie Predictive Accounting und Real-Time Reporting
- erhöhte Anforderungen an Datenqualität und Schnittstellen
Das Tagesgeschäft sowie Monats- und Jahresabschlüsse lassen jedoch wenig Spielraum für zusätzliche Projektarbeit. Raphael Henkes, Senior Consultant im Bereich Interim Management bei Robert Walters, weist auf mögliche Risiken hin: „Ohne ausreichende Ressourcen im Finance-Team droht die Einführung zu einem IT-getriebenen Projekt zu werden – und genau das führt zu Fehlern, Akzeptanzproblemen und späteren Ineffizienzen.“
CFOs sollten sich den Risiken während der Umstellung bewusst sein
Falsch konfigurierte Kontenlogiken oder fehlerhafte Buchungsansätze können Monats- und Jahresabschlüsse verzögern oder verfälschen. Im Reporting drohen unvollständige oder nicht vergleichbare Daten, während im Zahlungsverkehr fehlerhafte Workflows Zahlungen verzögern oder falsch verarbeiten können. Die Folgen für Cashflow und Governance sind gravierend: Liquiditätsengpässe, Non-Compliance-Risiken und ein Verlust an Steuerungsfähigkeit können erhebliche finanzielle Auswirkungen haben.
Interim Manager übernehmen Schlüsselrollen, um teure Fehler zu vermeiden
„Interim Manager füllen die Lücke, die interne Teams aufgrund fehlender Kapazitäten und S/4HANA-Expertise nicht schließen können“, erklärt Henkes. Sie übernehmen zentrale Rollen wie die Projektleitung, fungieren als Schnittstelle zwischen IT und Finance und sorgen dafür, dass fachliche Anforderungen in technische Lösungen übersetzt werden. Zudem unterstützen sie als Key User bei Testfällen, Change Management und dem User Acceptance Testing (UAT). In der kritischen Phase rund um den Go Live übernehmen sie Aufgaben in der Qualitätssicherung und Stabilisierung des Systems.
Projektzeitraum: Warum Kurzprojekte selten effektiv sind
Die Dauer eines S/4HANA-Projekts hängt stark vom Projektstand ab. Raphael Henkes spricht von seinen Erfahrungen: „Für dieses Projekt ist ein Gesamtzeitraum von 6–18 Monaten typisch.“
Die verschiedenen Phasen der Implementierung:
- Early Stage/Blueprint: Zwei bis vier Monate
- Implementierung & Customizing-Begleitung: Vier bis acht Monate
- Testphase (UAT), Cutover, Go Live: Zwei bis drei Monate
- Hypercare/Stabilisierung: Zwei bis vier Monate
„S/4HANA ist komplex, und die kritische Phase beginnt oft erst kurz vor dem GoLive“, fügt Henkes hinzu.
Welches Interim Profil ist für die Einführung von S/4HANA geeignet?
Das ideale Profil eines Interim Managers umfasst tiefes Prozesswissen in Accounting, Reporting und Treasury sowie Praxiserfahrung aus mehreren S/4HANA-Implementierungen. Kompetenzen in Change Management, Customizing und Testmanagement sind ebenso wichtig wie Erfahrung mit komplexen Unternehmensstrukturen.
Die Vorteile eines Interim Managers liegen klar auf der Hand: „Sie bringen objektive Expertise mit, arbeiten projektfokussiert und entlasten den Fachbereich im Tagesgeschäft. Zudem minimieren sie Risiken durch Qualitätssicherung in kritischen Bereichen wie Kontenlogik, Cashflow-Prozessen und Reporting-Strukturen“, betont Henkes.
Strategischer Erfolg durch gezielte Unterstützung
Die Einführung von SAP S/4HANA ist ein entscheidender Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit, doch ohne die aktive Einbindung des Finance-Bereichs drohen erhebliche Risiken. Mit erfahrenen Interim Managern wird aus einer komplexen Herausforderung ein strategischer Erfolg. Durch die Vermittlung eines Interim Managers konnten wir einen Kunden bereits erfolgreich bei der Umstellung auf SAP S/4HANA unterstützen. Dank unseres umfassenden Netzwerks haben wir Zugang zu einem breiten Pool von hochqualifizierten Interim Professionals, die über fundierte Erfahrung in verschiedenen Branchen und Funktionen verfügen.
Sie benötigen Unterstützung für die Umstellung auf SAP S/4HANA?
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Unser European Interim Management Tool liefert Ihnen außerdem aktuelle Einblicke in Tagessätze, Trends und Einsatzmöglichkeiten im Jahr 2026.
Raphael Henkes
Senior Consultant | Interim ManagementTelefon: +49 69 244 378 512
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