Neue Perspektiven für Finance- und Accounting-Talente in Berlin
In Berlins Finance & Accounting-Umfeld zeichnet sich 2024 ein neues Bild ab, charakterisiert durch einen ausgeprägten Bewerbermarkt, signifikante Entlassungswellen und strategische Neuausrichtungen quer durch die Industriezweige. Thomas Hoffmann, Managing Director von Robert Walters in Deutschland, gibt uns Einblicke in die vorherrschenden Trends und Bewegungen, die den Markt prägen.
Berlins Finance Markt zeigt sich als herausforderndes Bewerberparadies
Als Managing Director bei Robert Walters pflegt Thomas Hoffmann Kontakt zu Personalentscheidern sowie Fach- und Führungskräften. Dieser regelmäßige Austausch ermöglicht es ihm, Einblicke in die Veränderungen des Arbeitsmarktes zu erlangen. Hoffmann hebt die folgenden Trends hervor:
1. Bewerbermarkt und Stellenabbau
Hoffmann erläutert, dass der Finance & Accounting-Bereich in Berlin sich gegenwärtig als Bewerbermarkt präsentiert, der quer durch alle Sektoren reicht. Diese Konstellation schafft für qualifizierte Bewerber umfangreiche Möglichkeiten. Berlin, als Deutschlands Start-up- und zugleich Entlassungshauptstadt, führt mit 42 Tech-Unternehmen und Start-ups, die seit Anfang 2022 Stellen abgebaut haben, die Statistik an. Hoffmann hebt hervor: „Start-ups halten sich immer mehr bei der Einstellung neuer Mitarbeiter zurück. Diese Entwicklung zeigt die Wichtigkeit für Fach- und Führungskräfte, Markttrends zu verfolgen und strategisch zu planen.“
2. Branchenverschiebungen und M&A-Boom
Im Laufe des letzten Jahres haben sich 4 % der Finance-Fachkräfte vom Immobilienmarkt abgewandt und sind stattdessen zu Sektoren wie der Industrie, dem E-Commerce und Digitalunternehmen übergewechselt. Gleichzeitig verzeichnen die Hotellerie und Gastronomie nach der Pandemie eine spürbare Erholung, mit einem Zuwachs von 8 % in der Gastronomie und 20 % in der Hotellerie. Beide Branchen setzen sich intensiv dafür ein, durch attraktivere Gehaltsstrukturen frühere Mitarbeiter für sich zurückzugewinnen. Diese Bemühungen sind darauf ausgerichtet, die durch Covid-19 verursachten operativen Herausforderungen zu bewältigen und erfahrene Arbeitskräfte erneut für den Sektor zu begeistern.
Im Bereich der Fusionen und Übernahmen (M&A) weist Hoffmann auf einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Führungskräften hin, die über tiefgreifende Erfahrungen und ein spezialisiertes Wissen verfügen. Die Bedeutung von M&A-Kenntnissen wird auch durch Daten einer LinkedIn-Recherche bestätigt, die zeigen, dass die Zahl der Fach- und Führungskräfte mit Kenntnissen in diesem Gebiet um 15 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Unternehmen, die ihre Wachstumsstrategien mittels M&A-Aktivitäten beschleunigen oder ihre Marktpositionierung überdenken wollen, messen solchen Expertisen immer mehr Gewicht bei.
Empfehlungen für Unternehmen
Authentizität und Geschwindigkeit im Rekrutierungsprozess
In der aktuellen Wettbewerbssituation empfiehlt Hoffmann Unternehmen, sich durch Authentizität auszuzeichnen und den Bewerbungsprozess zu beschleunigen. „Ein klares und ehrliches Unternehmensbild ist entscheidend, um Fehlbesetzungen zu vermeiden“, betont er. „Unternehmen sollten eine optimierte Bewerbererfahrung bieten, schnelles Feedback geben und Bewerbern deutlich Wertschätzung zeigen.“
Flexibilität und Sozialleistungen
54 % der Finance-Talente schätzen besonders die Möglichkeit, ihren Arbeitsort und ihre Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. 48 % von ihnen wünschen sich eine Unterstützung ihrer Work-Life-Balance durch das Unternehmen. Die größte Bedeutung messen allerdings 69 % der Talente einer angemessenen Vergütung und attraktiven Leistungen bei. Um ihre Anziehungskraft auf Fachkräfte zu erhöhen, setzen Unternehmen daher neben verbesserten Sozialleistungen wie Fahrradleasing und der Möglichkeit zum Homeoffice auf wettbewerbsfähige Gehälter.
Informationen zu aktuellen Gehalts- und Arbeitsmarkttrends erhalten Sie in unserer Gehaltsstudie.
Internationale Talente und Marktattraktivität
Hoffmann zufolge entwickelt sich Berlin immer mehr zu einem Magneten für internationale Talente, wobei Unternehmen gezielt Unterstützung für Kandidaten aus den USA, Frankreich und Indien leisten, etwa durch Angebote von Sprach- und Weiterbildungskursen. „Diese Vorgehensweise hat schon vielen Start-ups ermöglicht, ihr Wachstum auf einem stabilen Fundament aufzubauen“, erklärt Hoffmann. „Indem mittelständische Unternehmen und Industriebetriebe in die Anziehung, Integration und Weiterbildung internationaler Fachkräfte investieren, können sie von der Diversität und den frischen Perspektiven profitieren, die solche Professionals mitbringen. Dies kann nicht nur zur Innovation und Wettbewerbsfähigkeit beitragen, sondern auch dazu, dem Fachkräftemängel effektiv zu begegnen und das eigene Wachstum nachhaltig zu sichern“, fügt er hinzu.
Empfehlungen für Bewerber
Sorgfältige Auswahl und Authentizität
Für Bewerber ist es ebenso wichtig, authentisch zu bleiben und Unternehmensangebote genau zu prüfen. Hoffmann rät, den eigenen Lebenslauf nicht durch zu viele Jobwechsel zu zerstückeln oder übereilte Entscheidungen zu treffen. „Führen Sie lieber ein Gespräch mehr, um ein gutes Bauchgefühl zu entwickeln“, erklärt er. Das Gesamtpaket des Angebots sollte sorgfältig bewertet werden, um die beste Entscheidung für die eigene Karriere zu treffen.
Gefragte Fähigkeiten
Die Nachfrage nach Bilanzbuchhaltern steigt weiterhin, besonders bei jenen mit Kenntnissen in internationaler Rechnungslegung und Konsolidierung. Hoffmann empfiehlt Bewerbern, ihre Fähigkeiten zu vertiefen, beispielsweise durch Englisch-Zertifikate und M&A-Erfahrungen, um ihre Aussichten zu erhöhen.
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Quellen
Thomas Hoffmann
Managing DirectorRobert Walters Germany
Telefon: +49 40 377 07 3970
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