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Die CEO-Vertrauensfrage

Beinahe jeder zweite Jobsuchende würde ein Jobangebot ablehnen, wenn er nicht vom CEO des Unternehmens überzeugt ist

03.04.2024 – In Deutschland würden 43 % der Fachkräfte ein Jobangebot überdenken, wenn der CEO sie nicht überzeugt. Das gilt auch, wenn sie ihren direkten Chef mögen. 5 % der Befragten würden ein Angebot aufgrund von Bedenken gegenüber dem CEO sogar sofort ablehnen.

Diese Daten stammen aus einer Umfrage der Personalberatung Robert Walters unter knapp 240 Fachkräften. Sie zeigen den enormen Einfluss von CEOs und Führungskräften auf Jobsuchende. Laut Umfrage misstrauen 14 % der Führung ihres Unternehmens.

CEOs besitzen einen wachsenden Einfluss auf Karriereentscheidungen

Laut der Umfrage von Robert Walters sind 43 % der Berufstätigen der Meinung, dass der CEO den größten Einfluss auf die Unternehmenskultur hat – über ein Drittel (35 %) gibt an, dass die gesamte Belegschaft ebenso einflussreich ist. Lediglich 22 % vertreten die Ansicht, dass das mittlere Management eines Unternehmens wesentlich zur Arbeitsplatzkultur beiträgt.

Thomas Hoffmann, Senior Director North bei Robert Walters, betont, dass das Profil des CEOs und der Führungsriege insgesamt in den letzten 18 Monaten deutlich an Kontur gewonnen hat. „Jeder mit einer bedeutenden 'Stimme' spürt den Druck, diese weise einzusetzen, und es wird zunehmend erwartet, dass man sich zu einer Vielzahl von Themen äußert“, erklärt Hoffmann. „Unsere Umfrage verdeutlicht, wie die Einstellungen und das Verhalten des CEOs wesentlich die Karriereentscheidungen potenzieller Mitarbeiter beeinflussen“, ergänzt er.

Der beispielhafte Fall von Sam Altman

Hoffmann berichtet: „Ein weiterer Beleg dafür ist die kürzliche Nachricht, dass Sam Altman – der CEO des Forschungsunternehmens OpenAI – vom Vorstand des Unternehmens entlassen und nach weniger als einer Woche wieder eingestellt wurde. Berichten zufolge wurde der Sinneswandel des Vorstands zum Teil durch die Androhung von Massenkündigungen seitens der Mitarbeiter ausgelöst. Daran kann man festmachen, welchen Einfluss die oberste Führungsebene darauf hat, ob Menschen überhaupt für ein Unternehmen arbeiten wollen oder nicht. Es zeichnet sich somit ab, dass CEOs und leitende Angestellte zunehmend eine entscheidende Rolle für die Fluktuations-, Attraktivitäts- und Bindungsraten von Unternehmen spielen.“

Der Schlüssel zum Erfolg eines CEO

Die meistgeschätzten CEO-Eigenschaften

Über die Hälfte (53 %) der Befragten sind der Meinung, dass CEOs, die empathisch sind und gut zuhören, den größten Nutzen für ein Unternehmen bringen, während 21 % den Erfolg eines CEOs darauf zurückführen, dass ein CEO mit gutem Beispiel voran gehen muss. 17 % der Befragten regen an, dass Entschlossenheit in der Entscheidungsfindung der Schlüssel zum Erfolg ist.

„Es wird immer deutlicher, dass Fachkräfte Wert darauflegen, dass die Top-Manager großer Unternehmen ihr Handwerk verstehen und mit Selbstsicherheit sowie Entschlossenheit agieren. Zudem ist es ihnen wichtig, dass diese Führungskräfte ihren Mitarbeitern und der Gesellschaft als Ganzes empathisch und aufgeschlossen begegnen“, so Hoffmann. „Es geht darum, mit den Menschen um einen herum in Kontakt zu sein, ein vielfältiges Team aufzubauen, eine Vielzahl unterschiedlicher Meinungen zu hören und die beste Lösung für alle auftretenden Probleme zu finden. Wie erfahren eine Führungskraft auch sein mag – sie sollte nie davon ausgehen, dass sie alle Antworten kennt“, betont er.

Vertrauen in beide Richtungen aufbauen

Die Ergebnisse des Edelman-Vertrauensbarometers 2022 verdeutlichen eine signifikante Beziehung zwischen gegenseitigem Vertrauen am Arbeitsplatz: 71 % der Arbeitnehmer, die den Eindruck hatten, ihr CEO vertraue ihnen, erwiderten dieses Gefühl mit einer Zustimmung von 87 %. Hingegen zeigten lediglich 27 % der Fachkräfte, die sich vom CEO nicht wertgeschätzt fühlten (29 %), eine ähnliche Vertrauensbereitschaft gegenüber ihrem Vorgesetzten.

Hoffmann erklärt: „Um das Vertrauen ihrer Mitarbeiter zu festigen, können CEOs mehrere Maßnahmen ergreifen. Eine davon ist, den Mitarbeitern zu vermitteln, dass ihre Meinungen geschätzt werden. Dies kann geschehen, indem sie Möglichkeiten für die Mitarbeiter schaffen, ihre Ansichten frei zu äußern. Des Weiteren ist es bedeutsam, ihre Beiträge anzuerkennen, sie aktiv in Prozesse einzubeziehen und Entscheidungen auf eine transparente Weise zu kommunizieren.“

Gründe für Mitarbeitermisstrauen und wie diese überwunden werden

Die beiden Hauptgründe für das Misstrauen von Mitarbeitern gegenüber CEOs sind mangelnde Führungsqualitäten (41 %) und widersprüchliches Verhalten (39 %). Ein weiterer Misstrauensfaktor betrifft CEOs mit einer sogenannten "hidden Agenda" (12 %). Eine hidden Agenda bezieht sich auf verborgene Ziele oder Absichten, die der CEO verfolgt, ohne diese offen mit dem Team oder den Mitarbeitern zu teilen. Dies kann zu Unsicherheit und Skepsis führen, da die wahren Beweggründe hinter Entscheidungen und Aktionen des CEOs unklar bleiben. Währenddessen hegen nur 7 % der Mitarbeiter aufgrund eines negativen Rufs Zweifel an ihrem CEO.

Hoffmann äußert sich abschließend: „Der Weg zum Vertrauensaufbau ist deutlich: Transparenz und klare Kommunikation sind das, was Mitarbeiter von ihren Führungskräften erwarten. Diese sollten mit Überzeugung und einer starken, kohärenten Stimme führen, sich nicht scheuen, positiv auf die Unternehmenskultur einzuwirken. Interessanterweise steht der persönliche Ruf nicht an erster Stelle dieser Werte. Das unterstreicht die Bedeutung, nicht nur populären Meinungen zu folgen, sondern Authentizität in den Vordergrund zu stellen.“

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Thomas Hoffmann

Senior Director North

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