Roundtable zum Weltfrauentag: 4 Kernaussagen von Frauen in Führungspositionen

Roundtable zum Weltfrauentag 4 Kernaussagen

Der Weltfrauentag am 8. März setzt ein Zeichen für die Gleichstellung der Geschlechter und die Anerkennung von Frauen in der Gesellschaft. Seit 2017 veranstaltet Robert Walters alljährlich am Weltfrauentag ein Netzwerk-Event für berufstätige Frauen, damit sie sich bei einem Businessbreakfast oder After-Work-Event untereinander vernetzen sowie über Fehlschläge und Best Practices austauschen können.  

Auch in diesem Jahr konnten wir erstklassige Gastsprecherinnen – starke Karrierefrauen in Führungspositionen von Merantix Labs, IG Deutschland, Hitachi Astemo und Vitronic Machine Vision – für uns gewinnen. Und sie haben ihre Erfahrungen virtuell mit uns geteilt. Da das Thema Frauenförderung nicht nur ein reines „Frauenthema” ist, haben wir diesmal unabhängig vom Geschlecht alle Interessenten, Förderer und Ideengeber von Diversitätsprojekten eingeladen, daran teilzunehmen.

Folgende vier Kernaussagen der Gastsprecherinnen haben wir für Sie zusammengefasst.

1. Den eigenen Weg finden, um die „Gläserne Decke“ zu überwinden

Das Phänomen der Gläsernen Decke ist leider nach wie vor weit verbreitet. Auch wenn Frauen einen guten Job machen, werden sie nicht aufgrund ihrer Leistungen wahrgenommen, kritisierten einige Damen. Leider müsse man immer wieder auf sich selbst aufmerksam machen und für das, was einem wichtig ist, kämpfen. Wenn man sich mit der Firmenkultur nicht identifizieren kann, sich unwohl fühlt oder nicht gefördert wird, sollte man konsequent sein und einen Jobwechsel wagen. Britta Weiser, Director Global Marketing bei Vitronic Machine Vision, fügt hinzu: „Ich habe mich in einer Position durchgekämpft, in der ich sehr unglücklich war. Getreu dem Motto: Man gibt nicht auf – man kämpft solange, bis man alles gegeben hat. Es dauerte ein Dreivierteljahr, bis ich aufgab; es fühlte sich wie Scheitern an. Schlussendlich war aber „Loslassen“ genau das Richtige. Ich habe erkannt, dass es kein Scheitern ist, sondern der Job, die Kultur und die Menschen dort einfach nicht zu mir passten. Dort draußen gibt es „den richtigen“ Job mit dem richtigen Umfeld. Jedem, der sich in einer ähnlichen Situation befindet, kann ich nur ans Herz legen, diesen (Ab-)Sprung früher zu wagen.”

Um beruflich voranzukommen, können auch dominante “männliche” Führungsstile helfen. Nicole Büttner, Co-Founder, CEO & Member of the Board bei Merantix Labs: „Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich viele der Verhaltensweisen, die ich bei Männern eigentlich nicht mag, selbst adaptiere, weil dieses Verhalten eben funktioniert. Man sollte sich jedoch immer hinterfragen: Hinter welcher Art von Führung kann ich selbst stehen? Welches Verhalten suggeriert für mich Autorität und welche Verhaltensweisen finde ich nicht korrekt? Und aus diesen Zutaten kann man dann das eigene richtige Rezept kreieren.”

Manchmal muss man einen Schritt zur Seite, vielleicht sogar einen zurückgehen, um vorwärtszukommen. „Mein Karriereweg war auch nicht immer geradlinig. Das Wichtigste, was ich gelernt habe, ist jedoch: nicht versuchen, jemand anderes zu sein, nur um auf der Karriereleiter aufzusteigen. Solange man authentisch bleibt, wird man auch gesehen und geschätzt”, so die Erfahrung von Martina Holland, Head of HR Europe, Global Diversity & Inclusion Manager bei Hitachi Astemo.

2. Nehmen Sie die Work-Life-Balance nicht auf die leichte Schulter

Der neuen Generation ist die Work-Life-Balance sehr wichtig. Doch wer viel arbeitet und auf diese Weise viel Erfahrung sammelt, lernt auch in kürzester Zeit entsprechend viel. Das viele Arbeiten kann also förderlich zu Beginn einer Karriere sein. Laut Diskussionsrunde fehle diese Attitüde jedoch heutzutage etwas bei den jungen Leuten. Natürlich ist eine gute Work-Life-Balance wichtig, aber wer etwas erreichen will, muss auch etwas dafür tun. Wichtig ist, nicht immer nur Work-Life-Balance zu fordern, sondern auch zu reflektieren, was man eigentlich schon kann und was man noch alles praktisch erlernen möchte. Und das gelinge nur, indem man möglichst viel Erfahrung sammelt.

Dennoch sollte die Wichtigkeit von Work-Life-Balance nicht heruntergespielt werden. Einige Damen erwähnten, dass sie damals Work-Life-Balance erst mal lernen mussten und haben sehr viele Überstunden gemacht. Keiner hätte sie dazu gezwungen, aber es hatte sie auch niemand aufgehalten. Das Gleichgewicht zu halten, ist sehr wichtig für die mentale Gesundheit.

3. Mentoren und Vorbilder finden, die zu einem passen

Das Bild der Frau, die zwischen Job und Familie hin und her jongliert, ist sehr viel stärker verbreitet als das Bild des Mannes, der ebenfalls Vater und Karrieremensch ist. Bei der Frau sieht man die Verpflichtung als Mutter öfter als Hindernis für die Karriere als beim Mann. Dabei gebe es auch schon viele Männer, die zwischen Familie und Job hin und her springen, aber das wird in der Gesellschaft noch nicht genug wahrgenommen. Wir sollten verstärkt daran arbeiten, dieses Bild zu etablieren.

Auch Vorbilder und Mentoren helfen bei der Karriere ungemein. „Ich habe nicht aktiv nach Vorbildern oder Mentoren Ausschau gehalten. Man trifft wertvolle Personen auf dem beruflichen und privaten Weg – diese helfen dabei, weiterhin motiviert in die richtige Richtung zu laufen. Jeder ist seines Glückes Schmied und wenn man solche Personen trifft, muss man aktiv die Chance ergreifen, diese Beziehung zu pflegen und weiter auszubauen”, so Britta Weiser.

Nicole Büttner fügt hinzu: „Mein bester Unterstützer war tatsächlich mein Mann. Er hat mir immer eine selbstbewusste Art vorgelebt nach dem Motto “Ich schaffe das schon” oder “Wenn ich es noch nicht kann, dann eigne ich mir diese Fähigkeit eben an” – also warum sollte ich das nicht auch schaffen?”. Auch Britta Weiser findet, dass ihr Familie und Freunde gute Unterstützer waren: „Ohne meine Familie und Freunde wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Es ist wichtig, dies auch zu erkennen und wertzuschätzen, dass das private Umfeld einen großen Einfluss auf die Karriere haben kann, und diese Wertschätzung auch zu zeigen.”

4. Netzwerken und sich gegenseitig empfehlen

Bekanntlich hilft ein gutes Netzwerk der Karriere. Doch leider legen Frauen nicht so viel Wert darauf wie Männer. „Wenn ich heute rückblickend etwas anders machen würde, dann hätte ich mich direkt zu Beginn meiner Karriere mehr mit Frauen vernetzt”, sagt Nicole Büttner. „Ich habe viele gute Ratschläge von erfahrenen Frauen erhalten, die mir wirklich weitergeholfen haben.“

Männer hätten immer sofort jemanden in petto – egal, ob weiblich oder männlich, wenn sie jemanden empfehlen sollen. Frauen hingegen seien diesbezüglich eher zurückhaltender und sollten es sich zur Gewohnheit machen, aktiv andere Frauen vorzuschlagen und sich gegenseitig zu fördern.

Martina Holland kommentiert: „Es ist immer vorteilhaft, ein Netzwerk von Männern und Frauen gleichermaßen zu haben. Von starken Frauen können wir so einiges lernen, aber wenn man im Austausch mit Männern ist, dann bekommt man einen komplett anderen Blickwinkel, was ebenfalls der Horizonterweiterung dient. Doch man sollte dabei eines nicht vergessen: sich selbst treu bleiben und sich nicht verstellen.”

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