Urlaub verstärkt Wechselwunsch
LinkedIn-Stimmungsbarometer von Robert Walters zeigt: Für viele Beschäftigte wird die Auszeit zum Karriere-Check. Nach der Sommerpause steigt auch die Bewerbungsaktivität.
Urlaub als Auslöser für den nächsten Karriereschritt
Abstand vom Arbeitsalltag kann den Blick auf die eigene berufliche Situation verändern. Der letzte Urlaub hat bei 60 Prozent der Befragten den Wunsch nach einem Jobwechsel verstärkt. Die große Mehrheit davon (55 Prozent) gibt sogar an, deutlich stärker über einen Wechsel nachzudenken. Lediglich fünf Prozent berichten von einem leichten Anstieg ihres Wechselwunsches. Gleichzeitig denken 63 Prozent nach dem Urlaub über ihren nächsten beruflichen Schritt nach.
„Im Urlaub gewinnen viele Menschen Abstand zu ihrem Arbeitsalltag. Dadurch werden Fragen konkreter, für die während des Berufsalltags oft wenig Zeit bleibt: Bin ich noch zufrieden? Entwickle ich mich weiter? Und möchte ich in dieser Form weitermachen? Wir beobachten diesen Effekt auch in unserem Recruiting-Geschäft. Nach den Sommermonaten nimmt die Bewerbungsaktivität deutlich zu“, sagt Thomas Hoffmann, Managing Director Deutschland bei Robert Walters.
Bewerbungsaktivität steigt nach der Sommerpause
Die Bewerbungszahlen von Robert Walters zeigen diese Entwicklung ebenfalls. Im Mai kamen durchschnittlich rund vier Bewerbungen auf eine Position. Im Juni waren es bereits gut fünf, im Juli gut sechs und im August knapp sieben.
„Der Sommer scheint bei vielen Menschen einen persönlichen Karriere-Check auszulösen. Wer im Urlaub Zeit zum Nachdenken hat, kommt offenbar häufiger zu dem Schluss, beruflich etwas verändern zu wollen. Im September sehen wir bei Robert Walters erfahrungsgemäß regelmäßig eine besonders hohe Bewerbungsaktivität. Die Sommerpause wird damit für viele zum Ausgangspunkt für den nächsten Karriereschritt“, so Hoffmann.
Warum Beschäftigte über einen Jobwechsel nachdenken
Die Gründe für einen möglichen Wechsel sind vielfältig. Die Befragten nennen fehlende Wertschätzung, schlechte Führung oder fehlende Perspektiven als Grund, über einen Jobwechsel nachzudenken. Auch ein zu niedriges Gehalt gehört zu den wichtigsten Auslösern.
Jobwechsel im September: Kündigungsfrist ermöglicht Start zum Jahreswechsel
Der Zeitpunkt ist auch mit Blick auf die Kündigungsfristen relevant. Bei einer vertraglichen Kündigungsfrist von drei Monaten kann eine Bewerbung im September bei entsprechender zeitlicher Planung einen Start zum Jahreswechsel ermöglichen.
„September ist für viele Kandidaten ein natürlicher Zeitpunkt, um berufliche Entscheidungen zu treffen. Wer nach dem Urlaub feststellt, dass die aktuelle Situation nicht mehr passt, hat bei einer üblichen dreimonatigen Kündigungsfrist noch die Möglichkeit, den Wechsel für den Jahresbeginn zu planen“, ergänzt Hoffmann.
Was Beschäftigte nach dem Urlaub über ihren Job denken
Auch bei der grundsätzlichen Bewertung des eigenen Jobs zeigt sich ein deutlicher Wunsch nach Veränderung. 63 Prozent der Befragten antworten auf die Frage, was sie nach dem Urlaub am häufigsten über ihren Job denken, mit „Zeit für den nächsten Schritt“. 21 Prozent wünschen sich mehr Balance und fünf Prozent mehr Anerkennung.
Was Arbeitgeber jetzt bei der Mitarbeiterbindung beachten sollten
Wenn Beschäftigte ihre berufliche Situation neu bewerten, können aus ersten Gedanken konkrete Wechselabsichten werden. Unternehmen sollten daher frühzeitig mit ihren Mitarbeitern über Entwicklungsmöglichkeiten, Führung, Anerkennung und berufliche Perspektiven oder auch Gehälter sprechen.
„Wer seine Mitarbeiter halten will, sollte nicht erst reagieren, wenn die Kündigung auf dem Tisch liegt. Gerade nach längeren Auszeiten lohnt sich der offene Austausch über berufliche Ziele und Erwartungen. Denn wenn der Entschluss zum Wechsel bereits gereift ist, wird es deutlich schwieriger, ihn noch zu verändern“, fasst Hoffmann zusammen.
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