Diversität & Inklusion fördern – Frauenquote steigern. Rekrutieren für eine vielfältigere Belegschaft

Thomas Hartenfels Diversitaet & Inklusion Frauenquote steigern

Immer mehr Unternehmen in Deutschland rekrutieren aktiv eine vielfältige Belegschaft. Aber wir stehen in Deutschland noch am Anfang einer international bereits sehr viel stärker fortgeschrittenen Entwicklung, so Thomas Hartenfels, Director Robert Walters in Düsseldorf & Köln. Wir sprachen mit ihm über den aktuellen Stand der Diversitäts- und Inklusionspolitik (D&I) in Deutschland, wie Robert Walters das Thema sieht und über den digitalen Roundtable, den er am Internationalen Weltfrauentag leiten wird.

Diversität & Inklusion (D&I) scheint in Deutschland doch ein Thema zu sein, richtig?

Ja, das Thema bekommt mittlerweile definitiv mehr Aufmerksamkeit. Multinationale Unternehmen bringen es auf die Agenda und machen es damit auch hierzulande zu einem sichtbareren Thema. Die meisten Anfragen in diesem Bereich erhalten wir nach wie vor von internationalen Kunden. In meinen Augen machen wir in Deutschland immer noch Babyschritte, wenn ich unseren Markt zum Beispiel mit den Vereinigten Staaten und Großbritannien vergleiche.

Was sind die wichtigsten Prioritäten für Unternehmen in Deutschland in Bezug auf Diversität & Inklusion?

Die Herausforderung, die die meisten Unternehmen in Deutschland bereits erkannt haben, ist die Erhöhung des Anteils weiblicher Mitarbeiter. Und es stimmt, dass es in den meisten Unternehmen einen Mangel an weiblichen Talenten gibt, dem viele Unternehmen allerdings ratlos gegenüber stehen.

Was können Unternehmen tun, um diese Herausforderung zu bewältigen?

Ich denke, dieses Problem hat mehrere Ursachen. Eine unbeabsichtigte Abschreckung kann sich bereits in der Formulierung von Stellenbeschreibungen verbergen, in unausgesprochenen Annahmen von Frauen in Bezug auf die Anforderungen einer Stelle oder auch in der Aufbaumethodik von Assessments. Generell ist es darüber hinaus für Unternehmen vorteilhaft,  einen Ruf als familienfreundlicher Arbeitgeber zu etablieren. Die Corona-Krise hat der Entwicklung flexibler Arbeitszeiten und der Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, einen starken positiven Schub verliehen und das kommt dem Bedürfnis vieler weiblicher Fachkräfte und zunehmend auch dem Interesse von immer mehr Vätern entgegen. Unternehmen werden langfristig erfolgreich bleiben, wenn sie diese Flexibilität aufrechterhalten und sie zu einem Teil ihres Employer Brandings machen.

Wie hilft Robert Walters seinen Kunden, eine vielfältigere Belegschaft zu rekrutieren?

Die meisten Unternehmen achten darauf, eine ausgewogene Mischung zwischen Männern und Frauen zu erreichen. Aber natürlich gibt es eine noch größere über Geschlechter hinausgehende Vielfalt, die in der Belegschaft oftmals unterrepräsentiert ist. Unternehmen werden sicher künftig zunehmend den gesamten Recruiting-Prozess verändern, um Talente einzustellen, unabhängig beispielsweise von Alter, körperlichen Fähigkeiten, sexueller Orientierung oder religiösem Hintergrund. Wir helfen, das Bewusstsein dafür zu schärfen, etwa durch unsere Roundtables und Clubhouse-Sessions explizit zum Thema Diversität & Inklusion. Wir lassen Experten über Diversitätsprojekte und technologische Tools sprechen. Dies hilft, Voreingenommenheit in Einstellungsprozessen zu verhindern. Wir haben als erste Personalberatung Deutschlands gemeinsam mit zahlreichen Partnern eigens Lösungen für diverse Recruitment-Kampagnen entwickelt. Unsere Kunden können mit Hilfe unserer Kampagnen, aktiv unterrepräsentierte Gruppen ansprechen, um ihre Belegschaft vielfältiger zu gestalten.

Wie erhöhst du persönlich Diversität & Inklusion in deinen Teams und bei Robert Walters?

Ich bin Teil eines globalen Diversitäts- & Inklusionskollegiums bei Robert Walters. Der Zweck dieses Zusammenschlusses ist es, die Mitarbeiter in einem Forum zusammenzubringen, um Diversitäts- & Inklusionsthemen zu diskutieren und sicherzustellen, dass wir uns als Unternehmen ständig verbessern, indem wir unsere internen Prozesse, Mitarbeiterschulungen und die Sichtbarkeit unserer vorhandenen Rollenvorbilder ständig weiterentwickeln. Auf lokaler Ebene arbeiten wir verstärkt daran, als ein Unternehmen wahrgenommen zu werden, welches grundsätzlich jedem Individuum eine Chance bietet, egal wer er oder sie ist.

Für uns liegt der praktische Mehrwert unserer D&I-Bemühungen weniger in der Betonung statistischer Merkmale als vielmehr in der Vielfalt der Erfahrungen, Meinungen und dem vielfältigen Know-How der Mitarbeiter mit ganz unterschiedlichen Werdegängen begründet. Ein weiterer Schwerpunkt bildet bei uns ebenfalls die Erhöhung des Anteils weiblicher Führungskräfte im deutschen Geschäft. Der Gesamtanteil an Frauen ist bei uns im Unternehmen bereits mit 48 % sehr ausgewogen.

Du hast den diesjährigen Robert Walters Roundtable zum Internationalen Weltfrauentag am 8. März moderiert. Kannst du uns Genaueres dazu sagen?

Wir veranstalten jedes Jahr ein Event zum Weltfrauentag. Dieses Jahr haben wir einen digitalen Roundtable veranstaltet, zu dem alle herzlich eingeladen waren, die Interesse am Austausch über Aspekte der Frauenförderung haben. Unter anderem haben wir darüber diskutiert, wo Deutschland beim Thema Frauenförderung steht, welche Barrieren es noch gibt, welche Fortschritte wir machen und behandelten auch, was gehörig schief gelaufen ist.

Hierfür konnten wir erstklassige Gastsprecherinnen für uns gewinnen, die über ihre Erfahrungen berichteten. Die Diskussionsrunde bestand aus Expertinnen von Merantix Labs, Hitachi Astemo, IG Deutschland und Vitronic Machine Vision. Ich hoffe, dass unsere Teilnehmer/innen die Veranstaltung am Ende mit hilfreichen Erkenntnissen und praktischen Tipps verlassen haben, die sie in ihrer eigenen Arbeit umsetzen können. Dank des hohen Anteils erfolgreicher weiblicher Führungskräfte und dem großen Zuspruch auch der männlichen Führungskräfte, bin ich zuversichtlich, dass uns dies gut gelungen ist.

Erfahren Sie mehr über unser alljährliches Event und melden Sie sich für zukünftige kostenlose Events zu Diversität & Inklusion an.

Alle Positionen sind als (m/w/d) zu verstehen.

*Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender und Queer

Whitepaper downloaden

Roundtable
Weltfrauentag für alle

»