Brexit zwingt Banken zum Umdenken – wie man Bewerber 2018 von sich überzeugt

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In dem folgenden Interview geben Ihnen unsere Berater Aleksandar Rakovic, Manager Banking & Financial Services, und Behi Farid, Senior Consultant Banking & Financial Services, Frankfurt am Main, einen Überblick über die Personaltrends und Herausforderungen im Bereich Banking für 2018. 

Zusammenfassung:

  • Banken suchen sehr ähnliche Bewerberprofile
  • Kandidaten fordern einen reibungslosen Recruiting-Prozess und mehr als nur attraktive Gehaltspakete

Was sind 2018 die größten personellen Herausforderungen für Banken und Finanzdienstleister?

Durch den Brexit sind namhafte Banken nun als vollregulierte Bank/Legal Entity auf dem europäischen Markt vertreten. Mit einer solchen Vollbanklizenz erwarten die Banken ganz andere Anforderungen seitens BaFin und EZB als zuvor. Dadurch suchen die meisten Banken aktuell sehr ähnliche Bewerberprofile. Wichtige Gruppenfunktionen im Risk Management, Compliance, Audit, Meldewesen, Operations, aber auch im Finanz- und Rechnungswesen müssen nun hier vor Ort besetzt werden. Qualifizierte Kandidaten können sich mittlerweile wegen des großen Stellenangebots aussuchen, für welches Unternehmen sie sich entscheiden.

Wie sehen diese speziellen Kandidatenprofile aus, die von den Banken verstärkt gesucht werden?

Derzeit zögern die Banken, Kandidaten auf der Senior-Management-Ebene (MD-Level) einzustellen und besetzen diese Positionen vermehrt aus den eigenen Reihen. Grund dafür ist u.a., dass die meisten Bereiche weiterhin von London aus koordiniert werden. Junior-Kandidaten werden aktuell auch gesucht, jedoch wegen ihrer fehlenden Erfahrung von den Banken nur als Ergänzung zu bestehenden oder neu aufgebauten Teams eingestellt. Der Fokus liegt daher aktuell ganz klar auf der mittleren Seniorität (AVP/VP/D-Level). Diese Kandidaten haben mehrere Jahre Erfahrung und können notfalls auch schnell mehr Verantwortung übernehmen.

Wie üblich suchen Unternehmen Bewerber mit Qualifikationen wie z. B. CFA, ACCA, CIA, FRM, CPA etc., weshalb diese beim Bewerbungsprozess vorgezogen werden. Jedoch können die Banken derzeit nicht allzu wählerisch sein. So haben Bewerber ohne eine zusätzliche Qualifikation z. B. bei einer angelsächsischen Investmentbank derzeit gute Chancen, was vor dem Brexit-Beschluss eher schwierig gewesen wäre.

Weitere stark begehrte Kandidatenprofile sind Spezialisten aus den Bereichen Risk und Regulatory, wie beispielsweise Risk- und Compliance-Manager.  In diesem Fall haben wir Positionen unserer Mandanten teilweise durch Kandidaten aus unserem internationalen Netzwerk erfolgreich besetzt, die mit den deutschen gesetzlichen Regelungen vertraut sind.

Zudem ist zu beachten, dass sich die Gehälter in den letzten Jahren rasant nach oben bewegt haben. Vor allem im Compliance-Bereich konnten wir einen extrem starken Anstieg feststellen. Aber auch Risk-Management- oder Regulatory-Kandidaten sind sehr gefragt und werden mittlerweile sehr gut bezahlt.

Was empfehlt ihr Unternehmen, um diese Bewerber für sich zu gewinnen?

Um die besten Kandidaten zu gewinnen, ist ein schneller und reibungsloser Recruiting-Prozess wichtig.

Kandidaten möchten schnell Feedback bekommen und sich wertgeschätzt fühlen. Bei den Vorstellungsgesprächen sollte die/der Hiring Manager/in dem Bewerber auf Augenhöhe begegnen und so präzise wie möglich die Aufgabe wie auch die Unternehmensstrategie erläutern. Waren es früher die Kandidaten, die sich um eine Stelle bewerben, so müssen sich jetzt die Unternehmen zunehmend um die Professionals bemühen.

Natürlich spielen auch Gehälter und Boni eine entscheidende Rolle. Unternehmen müssen sich den aktuellen Gehaltsentwicklungen anpassen, um die besten Professionals zu gewinnen bzw. langfristig zu binden. Des Weiteren sind eine inhaltlich interessante und fordernde Position, gute Karriere-/ Entwicklungsperspektiven, Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, und sonstige Benefits (Fitnessstudio, Firmenwagen, Kinderbetreuung, Jobticket, etc.) wichtige Aspekte, um Kandidaten langfristig für das Unternehmen zu sichern.

Was sind eure Prognosen für den Financial-Services-Markt 2018?

Bis zum Brexit wird sich nicht viel verändern. Die Banken werden weiter expandieren und sich auf die Zeit danach einstellen. Wie sich der Brexit schlussendlich gestaltet, wird auch Einfluss darauf haben, ob sich die genannten Schwierigkeiten im Recruiting weiter zuspitzen oder sich die Situation entspannt.

Einen zusätzlichen wichtigen Aspekt stellt die wirtschaftliche Entwicklung dar: Nach jetzigem Stand wächst die Wirtschaft weiter. Daher werden die Themen Vollzeitbeschäftigung und Fachkräftemangel eine große Herausforderung bleiben.

Eines ist jetzt schon klar: Frankfurt wird als einer der großen Gewinner des bevorstehenden Brexits hervorgehen. Viele namhafte Bankenhäuser haben sich für die Mainmetropole als europäischen Hub entschieden. Dadurch werden nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, sondern dem Finanzplatz Frankfurt eine weitaus wichtigere Bedeutung zuteil.

Gerne unterstützen und beraten wir Sie hierzu.

Sie wünschen weitere Informationen zu diesem Thema? Dann kontaktieren Sie uns per E-Mail an aleksandar.rakovic@robertwalters.com oder behi.farid@robertwalters.com.

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