Equal Pay Day: Gleicher Job, gleiche Bezahlung

Frauen brauchen mehr Durchsetzungskraft bei Gehaltsverhandlungen

Zum Thema Lohngerechtigkeit fand  am 19. März der Equal Pay Day statt, ein internationaler Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. Im Durchschnitt verdienten laut Statistischem Bundesamt Frauen im Jahr 2014 in Deutschland noch 21,6 Prozent weniger als Männer. Betrifft dieses Ungleichgewicht auch Führungspositionen?

Nick Dunnett, Geschäftsführer von Robert Walters Deutschland & Schweiz, erklärt dazu: „Zum Teil leider schon, das gilt sowohl in der IT als auch im Finance-Bereich oder im Sales & Marketing. Wir sehen aber auch in den letzten 10 Jahren einen klaren Trend: Immer mehr Frauen steigen in Senior-Positionen und in die Führungsriege auf. Dass sie für ihre Fähigkeiten, ihre Leistung und ihre Erfahrung exakt die gleiche Bezahlung verdienen wie ein männlicher Kollege, ist für uns als internationale Personalberatung eine Selbstverständlichkeit. Bezahlung muss ausschließlich nach Wissen und Leistung erfolgen und darf nicht vom Geschlecht abhängen.“

Leadership-Programme für Frauen fehlen in kleinen und mittelständischen Unternehmen

Viele Konzerne und internationale Unternehmen fördern Frauen ganz bewusst und stellen sogenannte „Female Leadership Programs“ auf. Diese aber fehlen häufig noch in kleinen und mittelständischen Unternehmen. „Deshalb beraten wir unsere Kunden oft bei der Frage, ob sie eine Position besser mit einer Frau oder einem Mann besetzen sollen. Und wir leisten dann auch Überzeugungsarbeit, wenn eine Frau deutlich besser qualifiziert ist als ein männlicher Konkurrent“, schildert Nick Dunnett.

Seiner Erfahrung nach liegen geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede daran, dass Kandidatinnen im Recruiting-Prozess nicht so konsequent agieren wie ihre männlichen Kollegen und sich bei den Gehaltsverhandlungen zu sehr zurückhalten. „Frauen sprechen nicht so offensiv über ihre Stärken wie Männer, aber genau das müssen sie tun. Sie müssen Selbstbewusstsein zeigen und Durchsetzungsvermögen beweisen, wenn sie ihre Gehaltsforderungen erfüllt haben wollen“, erklärt Dunnett.

Weibliche Führungskräfte von morgen haben durchaus viel Spielraum

Der Rat an zukünftige weibliche Führungskräfte (lesen Sie hierzu auch den Artikel zum Weltfrauentag) kann also nur lauten: Fordern Sie nicht nur mehr Zeit und Flexibilität im Job ein, sondern auch  eine leistungsgerechte Bezahlung, die keinen Cent unter dem eines männlichen Kollegen liegt. Wenn Frauen lernen, dafür clever und geschickt zu argumentieren und selbst von den eigenen fachlichen Fähigkeiten sowie ihren Soft Skills überzeugt sind, dann gelingt es ihnen auch, ein maximal zufriedenstellendes Gehaltspaket zu verhandeln.

-Ende-

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